Anlage Eisenberg (AT)

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Referenzinstallation: Panasonic Jeisha mit Fußbodenheizung (DIY-Neubau, nur Heizung ohne Warmwasser, ohne Pufferspeicher)

Das Haus

Beim Objekt handelt es sich um einen Neubau mit einer Erdgeschoss-Bodenfläche von 14 × 6 Metern. Ein Keller ist nicht vorhanden. Baurechtlich war neben dem Erdgeschoss nur ein ausgebautes Dachgeschoss zulässig. Dachgeschoß wird NICHT durch Fußbodenheizung beheizt.

Außenwände und Fenster: Die Außenwände bestehen aus 50 cm dicken Poroton-Hochlochziegeln mit ca. 2 cm Gips-Innenputz. Alle Fenster sind dreifach verglast mit Warmer Kante sowie außen liegenden Alu-Rollläden in Wandnischen. Im Wohnzimmer befindet sich eine 3 m breite dreifach verglaste Schiebetür Richtung Terrasse. Haustür und Außentür zum Lagerraum sind moderne, ca. 1 m breite und 2,30 m hohe Alu-Türen, teilweise mit Glaseinsatz.

Dach: Der Dachstuhl ist ein Sichtdachstuhl mit 45° Satteldach-Neigung. Eingebaut sind sechs Velux-Dachflächenfenster (dreifach verglast, mit Rollläden). Die Dämmung erfolgt als Aufsparrendämmung mit 16 cm von außen. Das gesamte Dach ist als Indach-PV-Anlage ausgeführt: Auf der Dachlattung wurden Kunststoffwannen zur Aufnahme für Standard-Solarmodule montiert. Dachziegel sind keine vorhanden – die Dachfläche besteht ausschließlich aus PV-Modulen die auf die Kunststoffwannen aufgelegt und mit Halteklammern auf den Wannen festgeschraubt wurden., Zusätzlich besteht das Dach noch aus Velux-Dachfenstern sowie Verblechung an Giebel und First.

Fußbodenaufbau Erdgeschoss

Der Fußbodenaufbau erfolgt auf der vom Baumeister gegossenen Betonbodenplatte (keine Dämmung darunter) innerhalb einer Aufbauhöhe von ca. 30 cm: Das Dachgeschoß wird NICHT duruch eine Fußbodenheizung beheizt.

1. Gebundene Schüttung (ca. 5 cm hoch)
Darin wurden sämtliche Leitungen (Wasser und Strom) verlegt.
2. EPS-Dämmplatten (ca. 13 cm hoch, PS20)
Drei Lagen im Versatz verlegt: einmal 5 cm und zweimal 4 cm dick.
3. Hauptleitungen Vor- und Rücklauf
Vom Aufstellort der Wärmepumpe (Außenwand) bis zum eingestemmten Heizkreisverteiler an der gegenüberliegenden Hausseite wurden zwei 32-mm-Alu-Verbundrohre (ohne Dämmung) verlegt. Dafür wurde eine Aussparung in die oberste EPS-Platte eingeschnitten. Die Rohrdurchführung durch die Außenwand erfolgte durch zwei 35-mm-Bohrungen. Im Innenbereich wurden die Rohre gebogen – ohne Fittinge, die undicht werden könnten.
4. Noppenplatten
Auf der obersten EPS-Lage wurden im gesamten Erdgeschoss Noppenplatten mit integrierter 30-mm-EPS-Trittschalldämmung verlegt. Türdurchgänge wurden entweder passgenau ausgeschnitten und im nächsten Raum direkt weitergeführt oder mit speziellen Tür-Übergangsstücken versehen.
5. Heizkreise
Vom Heizkreisverteiler wurden 16 × 2 mm Alu-Verbundrohre als Heizkreise verlegt. Alle Heizkreise sind auf ca. 100 m Länge gehalten und wurden nicht zimmerweise, sondern durchgehend in 10-cm-Abstand schlangenförmig, teilweise zimmerübergreifend, verlegt. Durch die identische Länge aller Heizkreise und zimmerübergreifende Heizkreise kann auf Stellmotoren und hydraulischen Abgleich verzichtet werden – das Haus wird gleichmäßig im Volllastbetrieb (Flow 30) beheizt. Jede Rohrbiegung wurde ausschließlich mit aufgesteckter Außen-Biegefeder ausgeführt. Die Rohre wurden in die Noppen hineingedrückt und werden durch diese in Form gehalten. Bei engen Rohrbiegungen wurden die Rohre in der Biegung zusätzlich durch Tacker-Klammern, die man sonst für das Tacker-System verwendet, auf der Noppenplatte befestigt.

Anschluss Vor- und Rücklauf

Dem Heizkreisverteiler lagen zwei Kugelhähne mit 1-Zoll-Innengewinde bei (kein Wärmemengenzähler verbaut). In die Kugelhähne wurden 1-Zoll-Außengewinde-Fittings mit Überwurfmutter eingeschraubt. Auf die Vor- und Rücklaufrohre (32 mm) wurden Pressfittings mit 1-Zoll-Außengewinde aufgepresst und anschließend mit Überwurfmutter und Dichtung verschraubt.

Die Rohrdurchführung durch die Außenmauer wurde mit einer Dichtmanschette und Flüssigkunststoff abgedichtet. Die Rohre stehen außen noch vor und werden nach dem Außenverputz auf die endgültige Länge gekürzt.

Provisorischer Betrieb während Bauphase: Für das Ausheizen des Estrichs wurden temporär zwei 5/4-Zoll-Außengewinde-Pressfittings auf die nach außen ragenden Rohrenden aufgepresst. Die Wärmepumpe steht provisorisch auf dem Lieferkarton neben dem Haus und ist über zwei je 1 m lange Flex-Schläuche mit 5/4-Zoll-Überwurfmuttern angeschlossen. Diese Verbindung wird beim Außenverputzen gelöst und nach Endmontage der Wärmepumpe am endgültigen Standort mit gekürzten Rohren wieder hergestellt.

Befüllung und Druckprüfung

Für die Druckprüfung und gleichzeitige Befüllung wurde eine Druckprüfpumpe (ca. 85 €) verwendet. Vorgehensweise:

  1. Schlauch der Druckprüfpumpe an den Vorlauf des Heizkreisverteilers anschließen; zweiten Schlauch vom Rücklauf zurück in das Wasserbecken der Pumpe hängen.
  2. Im Wasserbecken Propylenglykol (−58 °C) mit vollentsalztem Wasser im Verhältnis ca. 1:2 mischen.
  3. Heizkreise nacheinander befüllen: Pumpe solange betreiben, bis das Wasser am Rücklauf ankommt und wieder ins Becken gepumpt wird, danach weiter bis kaum noch Luft austritt.
  4. Anschließend Anlage auf Dichtheit abdrücken.

Estricheinbringung und Trocknungsphase

Nach bestandener Druckprüfung wurde der Zementestrich eingebracht (ca 7,5 dick; bzw. 5,5 cm Überdeckung).

  • Erste Woche: Kein Lüften – die Luftfeuchtigkeit stieg zeitweise auf nahezu 100 %.
  • Ab der zweiten Woche: Automatisches Lüften über die Dachflächenfenster alle 2 Stunden für 10 Minuten.
  • Ab der vierten Woche: Start des Aufheizprotokolls (Funktionsheizen).

Inbetriebnahme der Wärmepumpe

Elektroanschluss: Sowohl die Wärmepumpe als auch der integrierte Heizstab sind mit 3 × 2,5 mm²-Kabeln angeschlossen. Wichtig: Zu Beginn des Estrich-Trocknungsprogramms wurde der Heizstab für ca. 2 Stunden zugeschaltet – ohne angeschlossenen Heizstab kam es bereits nach ca. 30 Minuten zu einem Fehler. Der Heizstab ist zumindest für die Anfangsphase zwingend notwendig.

Entlüftung: Vor dem Starten des Air-Purge-Modus muss die obere Seitenklappe der Jeisha geöffnet und das Rädchen am automatischen Entlüfter um ca. 2 Umdrehungen geöffnet werden – andernfalls kann die Luft nicht entweichen und wird stattdessen wieder in den Vorlauf gepumpt. Das Air-Purge-Programm wurde mehrmals durchgeführt.

Estrich-Trocknungsprogramm: Das Programm wurde auf 14 Tage mit langsamer Temperatursteigerung bis maximal 40 °C Vorlauftemperatur konfiguriert. Bei 40 °C Vorlauf wurden Ende März / Anfang April 2026 im Hausinneren Raumtemperaturen von ca. 30 °C erreicht.